Teilweise ist es schwer zu erklären, warum ein Film besser sein soll als andere. Es ist das ewige Dilemma des Filmenthusiasten: wenn zwei Filme außergewöhnlich sind, welcher ist besser? Sicherlich kann man sich auf "objektive" Kriterien stützen (Film ist Kunst und da Kunst im Auge des Betrachters liegt, wie objektiv kann irgendein Kriterium sein?), also Dinge wie Kameraführung, Schnitt und Spannungskurve, doch letztendlich hat jeder Film Anhänger. Manche Filme werden von Kritikern begeistert aufgenommen, versagen aber an der Kinokasse, während andere zu Blockbustern werden, aber von Kritikern mit Verachtung gestraft werden. Dann gibt es wiederum Filme, die im Kino weder von Kritikern noch von potentiellen Zuschauern beachtet werden, aber im Laufe der Zeit zu Kultfilmen werden. Schließlich gibt es die seltenen Juwele, die Filme, die Kunst mit Kommerz, Intelligenz mit Emotion und handwerkliches Können mit einer spannenden Geschichte zu verbinden wissen. Es sind diese Filme, die in unser kulturelles Gedächtnis wandern. Meistens gewinnen sie kistenweise Filmpreise und man kann sich sicher sein, dass jeder Film auf jeder "Beste Filme aller Zeiten"-Liste diesen Kriterien entspricht.
Zurück in die Zukunft gehört ebenso wie Casablanca oder Rocky in diese illustre Gruppe, aber er unterscheidet sich doch drastisch von Letzteren. Zurück in die Zukunft ist, gemessen an beiden anderen, leichte Kost. Es ist eine lustige Zeitreisegeschichte, die wenig bis keine tieferen Fragen aufwirft. Der Film ist purer Eskapismus. Gleichzeitig ist er jedoch ein Meisterwerk des Geschichtenerzählens und ein Paradebeispiel des Unterhaltungskinos, das eines geschafft hat, was im modernen Film eine Seltenheit ist: eine originelle und völlig neue Geschichte zu erzählen, ohne sich in den eigenen gedanklichen Winkelzügen zu verheddern und zu erlahmen.
Zurück in die Zukunft erzählt die Geschichte des 17-jährigen Marty McFly (Michael J. Fox), der im Jahr 1985 mit dem mehr oder weniger zurechnungsfähigen Erfinder Doc Brown (Christopher Lloyd) befreundet ist. Als Doc Brown Marty seine neueste Erfindung präsentiert (eine Zeitmaschine in Form eines Sportwagens, der 88 Meilen pro Stunde erreichen muss, um eine Zeitreise anzutreten) kommt es zu einem Zwischenfall und Marty strandet im Jahr 1955. Dort verliebt sich eine junge Frau in ihn - dummerweise seine eigene Mutter! Marty ist nun gezwungen, seine Mutter und seinen Vater zu verkuppeln und die Geschichte so wieder in ihre richtige Bahn zu lenken, bevor er selbst aus der Zeit verschwindet.
Wo andere Filme durch ihre schauspielerische Leistung, die perfekt inszenierte Thematik oder ihre unvergesslichen Bilder überzeugen, besticht Zurück in die Zukunft mit seinem minutiös ausgearbeiteten Drehbuch: jede Dialogzeile ist wichtig, jede Szene hat einen Zweck und wird später (manchmal sogar mehrmals) zitiert. Das Geschick, mit dem die Drehbuchautoren Bob Gale und Robert Zemeckis (der auch Regie führte) ihre Geschichte sich vor dem Zuschauer entfalten lassen, ist mehr als nur beeindruckend (und wurde mit einer Oscar©-Nominierung gewürdigt). Es ist ein strahlendes Beispiel für die Inszenierung eines intelligenten und mitreißenden Blockbusters.
50 Filme: Perfekt inszenierter Zeitreisespaß für die ganze Familie.
Hier noch ein schönes Musikvideo, das das Gefühl von Zurück in die Zukunft sehr gut einfängt