Nun da das neue Jahr schon zwei Wochen alt ist, möchte ich nochmal kurz auf das Jahr 2009 zurückblicken und mir fünf Filme herauspicken, die mir besonders gut gefallen haben. Obwohl der Titel dieses Blogs "Top 5" sagt, soll dies eigentlich keine wirkliche Top 5 der absolut besten Filme des Jahres sein, sondern einfach nur fünf Filme, die mich besonders bewegt oder mir besonders gefallen haben. Selbst als großer Filmfan kann man einfach nicht alles sehen, was innerhalb eines Jahres ins Kino kommt. Oft nicht mal alles, was einen interessieren würde. Daher hier eine kleine, sehr Hollywood-lastige Liste:
5. Star Trek von J.J. Abrams
Ein Film, der mich persönlich für lange Zeit in einen Zwiespalt versetzt hat, wie kaum ein Film zuvor. Im Kino fühlte ich mich zwar unterhalten, dennoch konnte ich während der Endcredits nur über die teilweise stümperhaften Logikfehler des Drehbuchs und die sehr konstruiert wirkende Entwicklung einiger Storyelemente nachdenken. Dass ich den Film überhaupt ein zweites Mal im Kino angeschaut habe, wundert mich im Nachhinein. Trotz des ganzen Missmuts über den 11. Film einer Reihe, die mir bisher immer sehr am Herzen lag, verspürte ich nach Erscheinen der DVD das Verlangen, ihn nochmal zu sehen. Diesmal wohl wissend, was mich alles erwarten und dass mir einiges sauer aufstoßen würde. Beim dritten Mal dann fielen mir plötzlich nur die positiven Aspekte auf, die der Film zweifelsohne hat: sehr gute Schauspieler, eine durchdachte und intelligente Regieführung (wenn man sich das Making Of auf der DVD ansieht, weiß man, dass J.J. Abrams sein Handwerk sehr gut versteht), tolle Effekte. Fazit: Star Trek XI ist ein grandioser Unterhaltungsfilm, der über weite Strecken einfach nur Spaß macht, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
4. Avatar von James Cameron
Avatar von James Cameron gehört zweifelsohne zu den Filmen des Jahres, schon alleine wegen der schier unglaublichen, überwältigenden Optik. Dank revolutionärer Special Effects, 3D Technik, aber auch gekonnter Regieführung saugt Cameron den Zuschauer völlig hinein in diese andere, fremdartige Welt Pandora. Dass die Story in Avatar nur zweitrangig ist, war von vorneherein klar. Darum geht es in Avatar nicht. Es geht darum, dass James Cameron ein Märchen erzählt, mit dem er den Zuschauer fesselt und wirklich für knapp 160 Minuten in eine komplett andere Welt entführt. Selten habe ich mich nach dem Kinobesuch tatsächlich so gefühlt, als sei ich gerade wo anders gewesen. Rein storytechnisch und von der Charakterzeichnung kein Meilenstein - dafür aber was das visuelle und das Erlebnis Kino an sich betrifft.
3. Where The Wild Things Are von Spike Jonze
Basierend auf dem sehr populären Kinderbuch von Maurice Sendak hat es Spike Jonze geschafft, einen Kinderfilm für Erwachsene zu drehen, der das Thema Kindheit auf eine sehr erwachsene und sensible Art und Weise thematisiert. Selten hatte ich in einem Film, in dem Kinder vorkommen bzw. im Mittelpunkt stehen, das Gefühl, dass ihre Ängste, Sehnsüchte und Fantasien derart ernst genommen und treffend erfasst werden. Die Szenen zwischen dem 10jährigen Max und seiner Familie wirken sehr authentisch für einen Hollywood-Film. Weniger eine tolle Literaturverfilmung, viel mehr die logische Weiterentwicklung dessen, was in dem nur 19 Zeichnungen umfassenden Kinderbuch angeschnitten wird.
2. Moon von Duncan Jones
Für viele war 2009 das Jahr, in dem das Science-Fiction Genre im großen Stil auf die Leinwand zurückgekehrt ist. Während Filme wie Star Trek und Avatar sich vor allem auf das Mainstream-Publikum stürzten, wurde der Debüt-Film von Duncan Jones leider nur von Kritikern, eingefleischten Sci-Fi Fans und Festivalbesuchern zur Kenntnis genommen. Während es in Star Trek, District 9, Avatar usw. vornehmlich kracht und Special-Effects Orgien gefeiert werden, ist Moon eher ein klassier Science-Fiction intellektueller Natur. Es ist schön, Film-Perlen wie Moon im Kino zu sehen (in Deutschland lief der Film bisher leider nur auf Festivals, Kinostart ist der 29.07.2010). Moon erinnert einen an bessere Zeiten, an Zeiten von Blade Runner, von 2001: Odyssee im Weltraum, kurzum an Science-Fiction Filme in denen es nicht um die Action sondern um Story, Charaktere, Philosophie geht.
1. Inglorious Basterds von Quentin Tarantino
Für mich der Film des Jahres. Quentin Tarantino zelebriert das Medium Kino auf seine eigene, unnachahmliche Art und Weise. Dabei hätte gerade das Unterfangen Inglorious Basterds auch schief gehen können. Tarantino hat sich mit dem zweiten Weltkrieg und den Nazis ein heikles Thema herausgesucht, das zwar in Hollywood ständig herhalten muss, aber stets in Filmen, die mit einem gewissen Pathos versehen sind. Was mich extrem fasziniert hat, ist dieser Spiegel-Artikel, in dem Filmhistoriker Georg Seeßlen erklärt, inwieweit sich die Darstellung der Nazis in Inglorious Basterds von der in der bisherigen Kinogeschichte unterscheidet.
Darüber hinaus ist Basterds ein kurzweiliger, intelligenter, sehr dichter, mit hervorragenden Schauspielern (grandios und Oscar-reif: Christoph Waltz) besetzter Rache-Film in bester Tarantino-Manier. Meiner Meinung nach Tarantinos bester Film seit Pulp Fiction.
Was waren eure Filme des Jahres, wie seht ihr meine persönliche Top 5? Ich freue mich auf eure Kommentare.
Kommentare
Meine Liste
Wenn es in der Liste darum gehen soll, welche Filme (die 2009 international rausgekommen sind) besonders bewegt oder gefallen haben, dann sind es bei mir:
1. Antichrist
2. The Imaginarium of Doctor Parnassus
3. Where the Wild Things Are
4. Moon
5. In the Electric Mist
Mal schauen was der Serious Man heute abend noch zu sagen hat!
-Max