Es gibt Themen, die für Filmemacher wohl niemals uninteressant werden. Vor allem aber die Liebe und alles was mit ihr verbunden ist: Trennungen, Versöhnungen und andere Katastrophen. Gleich zwei Filme im Wettbewerb beschäftigen sich damit.
Die eigenwillige und minimalistische Darstellung der Beziehung zweier junger Menschen im koreanischen Melodram Saranghanda, Saranghaji Anneunda (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) von Regisseur Lee Yoon-ki, beginnt mit einer für den Zuschauer scheinbar endlos langen Autofahrt zum Flughafen, in der sie (Lim Su-joeng) sich von ihm (Hyun Bin) trennt. 10 Minuten lang ein und dieselbe Kameraeinstellung. ‚Viel Geduld werde dem Zuschauer abverlangt’ sagt Charlott und ist gleichzeitig von der schauspielerischen Leistung total begeistert. Dann endlich der erlösende Wechsel der Szenerie: Die Handlung spielt nun im Haus der beiden – das nächste und letzte Set im Film. In mitfühlender, aber fast quälender Atmosphäre wird der Moment vor der endgültigen Trennung der jungen Eheleute dargestellt. Sie reden nicht viel. Man hört keine Filmmusik, nur den Regen, der aufs Dach prasselt. Erst als aus dem Nichts eine Katze dem Geschehen beitritt, endet dieser trance-ähnliche Zustand. Kurz fragt man sich, warum es ausgerechnet immer Katzen sind, die in diesem Jahr die entscheidenden Veränderungen herbeiführen – so auch in Miranda Julys The Future.
Auch in Un Mundo Misterioso ist sie diejenige, die ihren Partner verlässt. 2006 erhielt Rodrigo Moreno für seinen Film Der Leibwächter den Alfred-Bauer-Preis der IFB.
Charlott ist von Morenos diesjährigem Filmbeitrag allerdings nicht begeistert und fragt sich sogar „unter welchen mysteriösen Umständen der Film es ins Berlinale-Programm geschafft hat“. Viele aneinander gereihte, nicht zusammenhängende Szenen, die die Verwirrung von Boris (Esteban Bigliardi) nach der Trennung von Ana (Cecilia Rainero) abbilden sollen. Alles in Allem weder eine spannende noch mitreißende Darstellung von Boris leerem und schwierigem Kampf mit der Realität der Gegenwart. Mehr dazu gibt's unter Die Leere nach der Liebe auf Urbane Hymnen. Wir sind sehr gespannt wie Moreno mit Un Mundo Misterioso auf der Berlinale 2011 abschneidet!