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Jenseits von Eden

In Elia Kazans Meisterwerk Jenseits von Eden, nach einem Roman von John Steinbeck, spielte ein relativ unbekannter Jungschauspieler seine erste Hauptrolle: James Dean. Doch das Wagnis, mit ihm die Rolle des rebellierenden Teenagers Caleb Trask zu besetzen, zahlte sich schnell aus und die Hauptrollen in …denn sie wissen nicht, was sie tun und Giganten folgten sogleich. James Dean selbst erlebte vor seinem tragischen Unfall nur noch die Premiere von Jenseits von Eden und wurde dafür posthum für einen Oscar nominiert.

Die offensichtliche Bezugnahme auf die biblischen Brüder Kain und Abel durch den Titel des Films setzt zu Beginn der Geschichte den Ton. Cal ist ein verstörter Teenager, der Gutes meint und Schlechtes tut und sich in den Augen seines moralisch strengen Vaters (verkörpert durch Raymond Massey) nie gegen seinen Bruder Aron durchsetzen kann. Er kämpft um Anerkennung, fühlt sich zugleich immer als Außenseiter und verkörpert meisterlich die Unsicherheit der Pubertät. Über der Beziehung der drei Männer lastet außerdem der angebliche Tod der Mutter. Auf der Suche nach seinen Wurzeln und dem Ursprung seiner vermeintlich schlechten Eigenschaften, deckt Caleb die Lüge seines Vaters auf und lernt seine moralisch zweifelhafte Mutter kennen.

Die Lage in der Familie spitzt sich weiter zu, als die USA dem Ersten Weltkrieg beitreten und Aron für sein Land kämpfen will, während Cal die heroischen Parolen durchschaut und bei seinem Vater bleiben möchte. Außerdem findet Arons sehr adrette Freundin Abra (gespielt von Julie Harris) immer mehr Gefallen an dem trinkenden und prügelnden Frauenschwarm Caleb. Schließlich kommt es zu einer schicksalhaften Wendung, die Cal und seinen Vater Adam einander wieder näher bringt, auch wenn das Ende offen bleibt.

Manche der moralischen Konflikte des Films mögen für einen heutigen Betrachter nicht mehr so schwerwiegend sein, aber zentrale Themen wie der Kampf um Anerkennung durch die Eltern und die Konkurrenz zwischen Geschwistern sind heute genauso aktuell. Zugleich ist es symptomatisch, dass dieser Film 1955 ganz im Geiste seiner Zeit die Rückkehr zu Moral und Familienwerten predigte und dabei durch seine Hauptfigur eine Ikone der beginnenden Jugendkultur schuf, die sich von genau diesen Werten distanzieren wollte.

Vor allem aber ist Jenseits von Eden ein wunderbarer Einblick in James Deans Schauspielkunst. Viele der Szenen waren improvisiert oder sind im Film so beibehalten, wie Dean sie gespielt hat, als er das Drehbuch außen vor ließ. Sehr körperlich und ohne viele Worte spielt er abwechselnd den Jungen, den Teenager und den Mann, indem er für jedes verworrene Gefühl eine Darstellung findet. Die Vielschichtigkeit der Figur Caleb, die trotzdem nachvollziehbar bleibt, ist ausschließlich sein Verdienst.

50 Filme: Jenseits von Eden, der Film, der James Dean zur Hollywoodikone machte.

TNT-Serie