Ein kleiner netter Actionstreifen mit ziemlich harten Kampfszenen. So lässt sich der neue Film von Regisseur Steven Soderbergh wohl am besten beschreiben. Aber das war nicht der einzige Grund, der mich zur Pressekonferenz getrieben hat. Viel mehr war ich mal wieder von der geballten Starpower beeindruckt, die mir die Berlinale dort vor die Füße warf. Ja, ich gebe zu, auch ich lasse mich gerne von guten Schauspielern anlocken, selbst wenn der Film nicht so gut gewesen wäre. Die Rede ist von „Haywire“. Und das Hauptdarstellerin Gina Carano zuschlagen kann, davon kann sich jeder bei YouTube überzeugen, wenn er sich ihre Mixed Martial Arts Kämpfe anschaut. Im Film haben das Channing Tatum, Michael Fassbender und Ewan McGregor zu spüren bekommen, während Michael Douglas, Antonio Banderas und Bill Paxton verschont geblieben sind.

Bei der Pressekonferenz räumte Soderbergh ein, dass das Gerücht er würde bald keine Filme mehr drehen, bei einem gemeinsamen Trink-Abend mit Matt Damon entstanden sei. Eigentlich ginge es ihm nur darum, endlich mal eine verdiente Auszeit zu nehmen. Aber ein Ratschlag für alle Anwesenden hatte Soderbergh noch parat: Niemals Matt Damon etwas im Suff erzählen! Na gut – notiert.

Das ist die Hauptdarstellerin, die hierzulande wenig bekannt sein dürfte, außer eben unter den Anhängern der MMA Szene. Sie schien den Rummel um ihre Person zu genießen, grinste mal frech, mal verlegen in die Journalistenmenge und hatte keinerlei Berührungsängste. Sie freut sich bereits auf ihr zweites Engagement für den Film „In the Blood“ und hat das Gefühl, noch viele weitere Filme machen zu können.
Es waren auch Antonio Banderas und Michael Fassbender anwesend. Ob Antonio wusste, dass direkt nach seinem Auftritt Salma Hayek angekündigt war? Michael Fassbender hat ein dermaßen markantes Spitzbuben-Grinsen drauf, dass man diesen Mann einfach sympathisch finden muss. Ebenso erging es mir mit dem Film. „Haywire“ ist keine Neuerfindung des Genres, aber so kurz die Auftritte von manch einem Gesicht auch waren, schienen alle Spaß an der Sache zu haben. Die Kampfsequenzen treiben den choreographierten Realismus der neuen Bond- oder Bourne-Filme noch einmal auf die Spitze. Man leidet jedenfalls mit, wenn Gina Carano ihr Gegenüber nach Strich und Faden zusammenschlägt.