Welche Filme empfehlen Sie mit den Worten "Den musst du unbedingt gesehen haben!"? Ob großartige schauspielerische Leistung, eine unübertroffene Kameraführung oder ein starkes Drehbuch: es gibt Filme, die in einer bestimmten Disziplin ihresgleichen suchen.
Ab 07. Januar 2010 empfehlen wir Ihnen jeden Donnerstag um 20:15 Uhr ein solches Meisterwerk. Bereits eine Woche vor Ausstrahlung stellen wir Ihnen den Film hier vor und laden Sie ein, uns Ihre Meinung zu schreiben. Wäre der Film auch auf Ihrer Liste der 50 Filme die man sehen muss bevor man stirbt?
Ein Spiel lässt sich in aller Kürze und Grundsätzlichkeit durch die Konsequenzlosigkeit außerhalb des Spielfeldes definieren. Dafür muss gewährleistet werden, dass allen Mitspielern die Spielregeln bekannt sind und sie diesen freiwillig zugestimmt haben - bis es einen Sieger gibt. Doch was passiert, wenn diese wesentlichen Faktoren während des Spiels umgangen werden, die Grenzen zum wahren Leben nicht mehr klar erkennbar sind? Aus dem Spiel wird Ernst! Und genau dieses Szenario skizziert David Fincher in seinem packenden Psychothriller The Game aus dem Jahre 1997.
Nicholas van Orton, ein erfolgreicher Investmentbanker und unverbesserlicher Workaholic, scheint alles im Leben erreicht zu haben - jedenfalls auf beruflicher Ebene. Geld, ein imposantes Haus, schicke Anzüge und natürlich schnelle Autos kann er sein Eigen nennen, der Kontakt zu seiner Tochter und seiner Ex-Frau ist dafür eher dürftig. Seinen jüngeren Bruder Conrad sieht er ebenfalls kaum, umso überraschter ist Nicholas als Conrad ausgerechnet an seinem 48. Geburtstag auftaucht, um seinem Bruder ein mysteriöses Geschenk zu überreichen: Nicholas soll an einem Spiel teilnehmen, welches er so noch nicht erlebt habe. Nicholas ist zunächst nicht begeistert, willigt aber letztendlich ein. Um sich auf das Spiel vorzubereiten, muss er sich bei dem Veranstalter ‚Consumer Recreation Services' einen ganzen Tag sowohl physisch untersuchen als auch psychisch testen lassen, um am Ende zu erfahren, dass er nicht geeignet sei. Als viel beschäftigter Geschäftsmann ist Nicholas über diese Zeitverschwendung sichtlich verärgert.
Zuhause angekommen muss Nicholas allerdings feststellen, dass der Startschuss schon längst gefallen ist und er bereist mitten im Spiel steckt. Doch amüsieren kann sich Nicholas keineswegs: immer wieder gerät er in lebensgefährliche Situationen, die Auswirkungen seines Geschenks scheinen sich verselbstständigt zu haben - schon längst ist aus dem Spiel bitterer Ernst geworden. Nicholas glaubt Opfer einer großen Verschwörung zu sein und wird fast in den Wahnsinn getrieben. Makaberer Weise hat sich sein Vater im gleichen Alter das Leben genommen - Nicholas musste dieses traumatische Ereignis als kleines Kind miterleben.
Fincher, der sich vor seiner Kinokarriere mit zahlreichen renommierten Videos für Künstler wie Madonna und Michal Jackson einen Namen gemacht hat, betont die düstere und bedrückende Stimmung von The Game durch kunstvoll stilisierte Bilder. Mit gekonnter Regieführung wird ein Maximum an actionreicher Spannung und aufwühlendem Nervenkitzel erreicht - dem Zuschauer wird bis zum überraschenden Ende des Filmes intelligente Unterhaltung geboten, wie schon bei Finchers vorherigen Filmen Sieben und Alien 3. Auch Michael Douglas' Schauspielleistung in der Rolle des Nicholas van Orten trägt maßgeblich zu der stimmungsvollen Atmosphäre des Filmes bei - Douglas gelingt plausibel und ausdrucksstark der Wechsel vom abgebrühten Geschäftsmann zum verletzlichen Opfer. Auch Sean Penn, der Nicholas' jüngeren Bruders Conrad verkörpert, überzeugt wie eh und je als Charakterdarsteller und bereichert die psychologische Spannung in The Game.
Hier der Trailer:
50 Filme: Das Ende von The Game gehört zu den spannendsten der Filmgeschichte und macht den Film zu einem Klassiker des intelligenten Psychothrillers.
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