Als Die Katze auf dem heißen Blechdach - nach dem gleichnamigen Theaterstück von Tennessee Williams - 1958 in die amerikanischen Kinos kam, war der Erfolg unmittelbar. Die Starbesetzung mit Elizabeth Taylor als "Maggie, the Cat" und Paul Newman als ihr leidenschaftsloser Ehemann Brick in Kombination mit Nebenrollenschauspielern aus der Broadwaybesetzung erwies sich als das richtige Rezept für furioses Schauspiel. Anders als bei vorhergegangenen Tennessee Williams Adaptionen wie Elia Kazans Endstation Sehnsucht wurde die Entscheidung gefällt, dass die Geschichte - und die blauen Augen der Hauptdarsteller - in Farbe besser zur Geltung kommen würden, als in schwarz-weiß.
Das Familiendrama beginnt bei der Geburtstagsfeier des Patriarchen, von der alle - bis auf den Jubilar - wissen, dass es die letzte sein wird. Obwohl der Leiter des Industrieimperiums (gespielt von Burl Ives) noch lebt, beginnt hinter seinem Rücken das Geschachere um das Erbe, das den beiden Söhnen zusteht. Obwohl Brick mehr Interesse für Alkohol und seine gescheiterte Footballkarriere, als für Geschäftliches hegt, reisen er und Maggie an. Da er sich außerdem seit einem Zwischenfall mit seinem besten Freund nicht mehr von seiner Frau angezogen fühlt, fokussiert Maggie ihre ganze Energie auf ihre finanzielle Absicherung. Die gilt es gegen Bricks properen Bruder Gooper und dessen hinterhältige Frau Mae zu verteidigen. Maggie fühlt sich zwar mit Brick wie eine Katze auf einem heißen Blechdach, gibt aber ihre Ehe nicht auf und versucht weiterhin beharrlich, ihren Mann zu verführen. Als der Familienpatriarch jedoch die Wahrheit über sein Befinden erfährt, wendet sich für alle Beteiligten das Blatt.
Die Katze auf dem heißen Blechdach ist in Anbetracht dessen, dass er unter dem berühmt-berüchtigten Hollywood Filmproduktions-Kodex oder Hays Code entstanden ist, erstaunlich freizügig und explizit. Dieser Kodex, der 1967 abgeschafft wurde, sah unter anderem vor, dass Anspielungen zum Beispiel auf Homosexualität oder Sex zwischen Schwarzen und Weißen nicht gemacht werden durften. Im Vergleich zur Theatervorlage wurde in Richard Brooks' Film und Drehbuch Bricks Homosexualität weniger eindeutig dargestellt, aber trotzdem werden viele Anspielungen darauf gemacht, dass Maggies Leidenschaft bei Brick keine Regung erzeugt, was sich auch in ihrer Kinderlosigkeit äußert. Maggies Verführungskünste und Bricks starre Ablehnung; der Schmerz über sein zielloses Leben und den Selbstmord seines besten Freundes, den er im Alkohol zu ertränken versucht oder auch die Konkurrenz zwischen den Brüdern sind auch heute noch nachvollziehbar und mitreißend. Gleichzeitig verkörpert Die Katze auf dem heißen Blechdach den nostalgischen Charme der Studioära. Das divenhafte Auftreten Liz Taylors und lange Einstellungen in Paul Newmans blaue Augen verführen ebenfalls in eine vergangene Zeit.
Hier ist der Trailer:
50 Filme: Die Katze auf dem heißen Blechdach vereint mit den Stars Liz Taylor und Paul Newman das Beste der Hollywood-Studioära mit der Hintergründigkeit und Dramatik eines guten Theaterstücks.
Am Sonntag, den 4. Juli strahlt TNT Film um 22:50 Uhr eine weitere Verfilmung eines Stücks von Tennessee Williams aus: Elia Kazans Endstation Sehnsucht.