
So kann es aussehen, wenn ein Haufen von Journalisten den neuen Billy Bob Thornton Film „Jayne Manfield’s Car“ sehen möchte. Ich habe es mir in den oberen Rängen vom Haus der Berliner Festspiele bequem gemacht. Nach einer Woche Berlinale war es das erste Mal das ich diese Spielstätte betreten habe und neben dem Berlinale Palast ist es wirklich ein pompöses Kino. Es macht irgendwie auch mehr Spaß in einer Theater ähnlichen Umgebung seinem liebsten Hobby nachzugehen, als im Alltag in einem von Popcorn und Cola verklebten Multiplex. Das hat dann nur noch wenig mit Film als Kulturgut zu tun. Aber das ist das Schöne an der Berlinale: Hier haben Filme noch einen Wert und verkommen nicht zur Massenware – auch wenn es sich aus der Sicht der Journalisten sicherlich so anfühlt, die teilweise Vorstellungen sogar vorzeitig verlassen, damit sie den nächsten Filmanfang erwischen. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich mir alle Filme bis zum Ende angesehen habe.
So auch Billy Bob Thorntons Wettbewerbsbeitrag „Jayne Manfield’s Car“. Ich habe schon bei der Pressekonferenz vor ein paar Tagen die Lobgesänge auf diesen Film zu hören bekommen und wollte danach unbedingt noch eine Vorstellung erwischen. Gut, dass ich es noch geschafft habe, denn damit hab ich meine bisherige Festival-Überraschung entdeckt. Die Geschichte passt, die Figuren funktionieren, die ganze Atmosphäre versprüht einen gewissen Charme, der mich in seinen Bann gezogen hat. Auch wenn ich aus der Wettbewerbs-Sektion bisher nur „Barbara“ und „Captive“ gesehen habe, wünsche ich Billy Bob ganz viel Glück. Sein Film schafft es ein schweres Thema leicht zu behandeln – das hebt ihn von den anderen Wettbewerbsteilnehmern ab.