Welche Filme empfehlen Sie mit den Worten "Den musst du unbedingt gesehen haben!"? Ob großartige schauspielerische Leistung, eine unübertroffene Kameraführung oder ein starkes Drehbuch: es gibt Filme, die in einer bestimmten Disziplin ihresgleichen suchen.
Ab 07. Januar 2010 empfehlen wir Ihnen jeden Donnerstag um 20:15 Uhr ein solches Meisterwerk. Bereits eine Woche vor Ausstrahlung stellen wir Ihnen den Film hier vor und laden Sie ein, uns Ihre Meinung zu schreiben. Wäre der Film auch auf Ihrer Liste der 50 Filme die man sehen muss bevor man stirbt?
Seitdem sie 6 Jahre alt ist, spreche sie kein Wort mehr. Gefühle und Gedanken scheint die stumme und zurückhaltende Ada McGarth vorwiegend über ihr passioniertes Klavierspiel zu transportieren - auch wenn das Mitte des 19. Jahrhunderts nicht jeder zu verstehen weiß. Lediglich ihre neunjährige Tochter Flora kann und will das Klavierspiel und die Gestik ihrer Mutter deuten. Da Adas Vater seine Tochter dem in Neuseeland lebenden Briten Alisdair Stewart versprochen hat, muss sie gegen ihren Willen die Heimat Schottland verlassen - Flora und das ebenfalls unverzichtbare Klavier kommen mit.
Nässe und Kälte begrüßen Ada und Flora als sie nach ihre langen Reise in Neuseeland ankommen. Ihre erste Nacht müssen sie am Stand verbringen, denn es ist niemand gekommen um sie abzuholen noch sie willkommen zu heißen. Erst am nächsten Morgen werden Ada und ihre Tochter von Alisdair, dem befreundeten George Baines und einer Gruppe von Maoris abgeholt. Ihr Klavier muss Ada am Strand zurücklassen - es sei zu schwer. Da ihr Mann kein Verständnis für ihre Passion hat, muss Ada zunächst gänzlich auf das geliebte Instrument verzichten. Um ihre Sehnsucht zu mildern, überredet sie George sie zum Strand zu begleiten - hier kann sie zumindest zeitweise ihren innersten Gefühlen über die Musik Ausdruck verleiten. George, der sich im Gegensatz zu Alisdair den Einheimischen samt traditioneller Gesichts-Tätowierung angepasst hat, erkennt Adas Leiden und erwirbt das Klavier. Er ist mittlerweile ihrem Klavierspiel und Ada selbst verfallen.
Um ihrem Klavier nahe sein zu können, geht Ada auf Georges Vorschlag ein: Gegen gewisse körperliche Zuwendungen erhält die stumme Frau symbolisch Taste für Taste ihres Klaviers zurück. In der exotischen Umgebung des neuseeländischen Urwaldes entwickelt sich zwischen den beiden eine intime aber nicht minder komplizierte Beziehung, von der auch Alisdair nach und nach Kenntnis nimmt. Ada hat sich längst in ein Gefecht aus Leidenschaft, Eifersucht, Macht, Kontrolle und Erotik begeben, was sie letztendlich ihren Finger kostet.
Die aus Neuseeland stammende Jane Campion gehört zu den wenigen weiblichen Regisseuren, die nicht nur bei Kritikern und Publikum, sondern auch in dem harten, hauptsächlich von Männern dominierten Filmgeschäft hohe Anerkennung genießen. Im Jahre 1993 ist ihr mit Das Piano, zu dem sie auch das Drehbuch geschrieben hatte, endgültig der internationale Durchbruch gelungen. Der Film um die stumme Klavierspielerin wurde nicht nur an den Kinokassen zu einem Erfolg: Das Piano wurde bei den Oscars 1994 als bester Film nominiert, die goldenen Trophäe erhielt Campion für das beste Drehbuch. In Cannes erhielt sie für ihr poetisches Meisterwerk als erste und bisher einzige Frau die Goldene Palme. Campions Begabung als Regisseurin lässt sich kaum in wenigen Worten zusammenfassen, lediglich in ihrer bildgewaltigen aber doch subtil anmutenden Filmästhetik beschreiben.
Für die Rolle der Ada begab sich Campion auf eine lange Suche, bis sie schließlich auf die zu diesem Zeitpunkt noch weniger bekannte Holly Hunter traf. Die schöne US amerikanische Schauspielerin konnte mit ihrem einfühlsamen und doch ausdrucksstarken Spiel der stummen Ada überzeugen und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Oscar. Die begabte Schauspielerin spielte angeblich alle Klavierstücke im Film selbst. Komponiert wurde die beeindruckende Filmmusik von Michael Nyman. Für den charismatischen und mysteriösen George konnte Campion den Charakterdarsteller Harvey Keitel gewinnen. Adas böswilliger Ehemann wird von Sam Neill verkörpert. Die damals gerade zehnjährige Anna Paquin hatte mit Das Piano ihr Spielfilmdebüt und gewann als beste Nebendarstellerin ebenfalls den Oscar. Seitdem ist sie sowohl im Film- als auch im Fernsehgeschäft gut vertreten.
So hat Campion mit Das Piano einen einfühlsamen Film über die Reise einer zerbrechlichen und doch starken Frau geschaffen und verhalf damit nicht nur sich, sondern auch zwei weiteren Frauen zu einem Oscar.
Hier der Trailer:
50 Filme: Das Piano - so leidenschaftlich und poetisch wie es sonst nur Gedichte sein können, ohne dabei pathetisch zu sein.
Kommentare
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Vorschlag Für 50 Filme die man sehen muss bevor man stirbt
Hallo
mein Vorschlag wäre "Der Teufel trägt Prada"
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