Am Montag, den 31. Mai wird Clint Eastwood 80 Jahre alt. Grund genug, ausnahmsweise mal nicht seine Filme, sondern ihn selbst zu beleuchten.
Clint Eastwood gehört zur kleinen Gruppe derer, die erfolgreich den Wechsel von Schauspieler zu Regisseur geschafft haben. Mehr noch, er ist wohl der erfolgreichste dieser Gruppe, hat er doch die Filmgeschichte maßgeblich geprägt.
Als Schauspieler hat er den wortkargen Anti-Helden groß herausgebracht: zuerst in Sergio Leones Dollar-Trilogie, dann in Don Siegels Dirty Harry. Amerikanische Kritiker waren jedoch anfangs wenig von diesem ruhigen Mann mit dem zu großen Kehlkopf begeistert. Die Dollar-Trilogie, dessen letzter Film Zwei Glorreiche Halunken heutzutage auf jeder Bestenliste zu finden ist, erhielt fast durchweg schlechte Kritiken, wurde als "billig" und "sadistisch" bezeichnet und Eastwoods Schauspiel als hölzern empfunden. Für Eastwood, der in Amerika zuerst in der Rolle des Rowdy Yates (den er als einen "Idioten der Plains" bezeichnete) in der Westernserie Rawhide berühmt wurde, begann damit ein langer, harter Weg, bis er bei Kritikern Anerkennung fand.
Interessanterweise scheint Clint Eastwood ein besserer Regisseur als Schauspieler zu sein. Denn die Anerkennung, die er als Schauspieler erst viel später kriegen sollte, kam 1971 mit seinem ersten eigenen Film Sadistico. Beeindruckend ist hierbei, dass Eastwood nicht erst ein bis zwei mittelmäßige Filme drehen musste, bis er den Dreh raus hatte. Er hatte seine Regisseure (vor allem Leone und Siegel) genau beobachtet und laut eigener Aussage sich "alle Fehler gemerkt und alle guten Erfahrungen aufgehoben". Und auch sein zweites Regiewerk, der surreale Western Ein Fremder ohne Namen (TNT Film zeigt diesen im Rahmen der "50 Filme, die man sehen sollte, bevor man stirbt" am Donnerstag, den 10. Juni um 20:15), ist ein Zeugnis seiner Fähigkeiten als Regisseur. Doch statt weiter darüber zu schreiben, hier ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten zu ein Fremder ohne Namen:
Clint Eastwood ist definitiv ein Mensch, der am besten arbeitet, wenn er alles alleine machen kann. Beispiel: die Anerkennung für seine Schauspielerei bekam er 1993, als er für die Rolle des William Munny in Erbarmungslos für den Oscar nominiert wurde - und die Oscars für Bester Film und Beste Regie mit nach Hause nahm.
Seitdem wurde fast jeder seiner Filme für diverse Auszeichnungen nominiert und es sollten auch noch einige Oscars folgen. Eins ist klar: dieser Mann ist ein Workaholic wie er im Buche steht, seine Filme und Fähigkeiten gereift wie ein guter Wein. Die TNT Film Redaktion gratuliert Clint Eastwood herzlich zum achtzigsten Geburtstag und lädt Sie ein, diesen Tag gemeinsam mit uns zu feiern: am 31. Mai zeigen wir von Morgens bis Abends eine Auswahl seiner Filme, inklusive der Dokumentation The Eastwood Factor. Viel Spaß!