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Blade Runner

Es gibt wohl kaum einen Film, von dem so viele Versionen vorliegen wie für Ridley Scotts Kult-Science-Fiction Blade Runner. Dies liegt vor allem daran, dass der Film eine für das Genre untypische Erzählweise verwendet, die bei Testaufführungen der Rohfassung nicht die von den Produzenten gewünschten Reaktionen hervorrief. Als Konsequenz wurde die Version, die im Kino ausgestrahlt werden sollte und als "Originalversion" bekannt ist, nachträglich und gegen den Wunsch des Regisseurs mit einem Happy-End ausgestattet, sowie einer Erzählstimme aus dem Off, die den Zuschauer besser an die Welt von Blade Runner heranführen sollte. Das Einspielergebnis dieser Version blieb hinter den Erwartungen der Produzenten zurück und auch bei den Kritikern traf der Film auf geteilte Meinungen. Die einen waren enttäuscht, dass der Film nicht das versprochene Actionspektakel war, während andere die Komplexität des Filmes lobten und prophezeiten, dass er selbst in Zukunft den Menschen noch ein Begriff sein sollte. Letztere sollten Recht behalten.

Als 1990, acht Jahre nach der Kinopremiere, das Studio Warner Bros. die Rohfassung erneut, diesmal als "Director's Cut" betitelt, in ausgewählte Kinos brachte, war die Resonanz überwältigend - die Aufführungen wurden bis aufs letzte Ticket ausverkauft. Regisseur Ridley Scott war dies jedoch ein Dorn im Auge, war diese Version doch kein tatsächlicher Director's Cut, sondern nur ein Rohschnitt, der zudem den von Vangelis komponierten Soundtrack vermissen ließ. Auf Grund des überwältigenden Erfolges der Vorstellungen kam Warner Bros. dem Regisseur entgegen und gab zum 10-jährigen Jubiläum des Films 1992 einen echten Director's Cut in Auftrag, der unter Aufsicht Ridley Scotts entstand - die Fassung, die Sie auch bei uns zu sehen bekommen.

Die Unterschiede der Fassungen sind teilweise gravierend, doch die Kernhandlung ist in allen die gleiche:

Los Angeles im Jahr 2019: Die mächtige Tyrell Corporation hat Roboter entwickelt, die Menschen bis aufs Haar gleichen - sogenannte Replikanten. Nach gewaltsamen Ausschreitungen durch Replikanten ist ihre Präsenz auf der Erde illegal, ihr Einsatz nur zum Kolonisieren ferner Planeten gebilligt. Rick Deckard (Harrison Ford) ist ein Blade Runner, ein Privatdetektiv, der auf das Aufspühren und Exekutieren abtrünniger Replikanten spezialisiert ist. Als bekannt wird, dass eine Gruppe der neuesten Nexus-6 Replikanten, angeführt vom Kampf-Replikanten Roy Batty (Rutger Hauer), auf die Erde geflohen ist, wird Deckard beauftragt, diese zu finden und "in den Ruhestand" zu versetzen. Bald muss er jedoch feststellen, dass die technologischen Fortschritte der Tyrell Corporation so weit gediehen sind, dass kaum noch ein Unterschied zwischen Mensch und Maschine gemacht werden kann.

Ridley Scott inszenierte Deckards Suche nach den Replikanten mit klassischen Film-Noir Elementen und trotzte so den bis dato konventionelleren Erzählstilen anderer Science-Fiction Filme. In Blade Runner bestimmen kolossale Wolkenkratzer und klaustrophobisch enge Straßen das Stadtbild des futuristischen Los Angeles, deren Design stark vom Dystopie-Klassiker Metropolis inspiriert wurde. Das Gefühl der Entmenschlichung des Alltags wird verstärkt durch eine Dauerbeschallung der Menschenmassen mit gigantischen Werbetafeln, die eine Flucht auf eine der neuen Koloniewelten anpreisen.

Es ist diese Welt, die Scott 1982 schuf, die den Film auf diverse Bestenlisten katapultierte und ihm für immer einen Platz in der Filmgeschichte sicherte. Der Film ist einer der Mitbegründer eines neuen Genres, dem Cyberpunk, und beeinflusste die visuelle Welt der Filme, Serien und Computerspiele nachhaltig.

50 Filme: intelligenter, kulturell bedeutsamer und visuell beeindruckender Science-Fiction Film Noir, der zum Nachdenken anregt.

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