... was nicht immer so luxuriös ist, wie Charlott erfahren muss. Überpünktliche Journalisten werden mit übermäßig guten Plätzen belohnt. Zuletzt in die Pressevorführung stürmen bedeutet, dass nur noch ein Platz in der ersten Reihe zu ergattern ist. Nackenstarre vorprogrammiert. Mehr dazu gibt's im Beitrag No Reservations, please! auf Urbane Hymnen.
Trotzdem bleibt Charlott hartnäckig. Nach Gerard Butler (Coriolanus) bekommt sie nun die Jury-Mitglieder Isabella Rossellini und Guy Maddin vor die Linse, die sich nach getaner Arbeit gerade aus dem Kino schleichen wollen. Beide drehten im Jahr 2005 zusammen den experimentellen Kurzfilm My Dad is 100 Years old. 2008 feierte Rossellini ihr Debüt als Regisseurin mit Green Porno auf der Berlinale.
Jury-Mitglied Nina Hoss, die 2007 mit dem Silbernen Bären für die beste Darstellerin in Christian Petzolds Yella geehrt wurde, hält sich bezüglich ihrer Meinung zu den Filmen bedeckt. Sie erklärt Charlott jedoch die ungeschriebenen Gesetze der Berlinale: Jury-Mitglieder haben nicht nur immer die besten Plätze in den Vorführungen, brauchen deshalb auch nicht überpünktlich sein und müssen im Anschluss zunächst auch keine Statements zu den Filmen abgeben. Dieses geheimnisvolle Stillschweigen der Jury hat sicherlich wichtige Gründe, aber am Ende konnte Charlott Isabella Rossellini doch noch ein „It was good“ zum koreanischen Film „Kommt Regen, Kommt Sonnenschein“ entlocken.