…war das Motiv, das sich durch meine letzten beiden Filme gezogen hat, obwohl sie im Grunde gar nichts miteinander zu tun hatten. In dem japanischen Film „Rentaneko“ geht es um eine einsame Frau, die kleine, niedliche Kätzchen vermietet. Damit hilft sie anderen einsamen Individuen die Löcher in ihren Herzen zu füllen. Hach, kleine Kätzchen können so niedlich sein. Aber ebenso süß kommt der gesamte Film von Regisseur Naoko Ogigami daher, der für die Vorstellung eigentlich als Gast angekündigt war, aber aus ungenannten Gründen dann doch nicht dort sein konnte. In die Hauptdarstellerin Mikako Ichikawa muss man sich auf den ersten Blick verlieben. Sie spielt ihre Rolle mit einer verschrobenen Komik und Manga-Mimik. Und auch ansonsten ist „Rent-a-Cat“, so der internationale Titel, mit skurrilen Figuren besetzt: Ein stinkender Mann mit einem Loch in der Socke, eine Autovermieterin, die ihr Leben lang versucht hat herauszufinden, wie sie das Loch in einem Donut essen kann und ein ehemaliger Mitschüler der Protagonistin, der versucht ein Ameisenloch zu zertrampeln. Und somit bleibt das „Loch“ ein sich durchziehendes Motiv des Filmes, welches nur bei Ichikawa selbst nicht geschlossen werden kann.
Mein Loch im Magen hab ich derweil mit einer passenden Portion Sushi gefüllt. Ich hab mich in den letzten Tagen in Berlin natürlich auch noch ein wenig umgesehen und muss sagen, dass die Anzahl der Sushi-Läden hier erfreulich groß ist. Hab mich jedenfalls genüsslich voll gestopft.
Der zweite Film der das Alleinsein thematisierte war Doris Dörries „Glück“. Man nehme einen Punker und eine Prostituierte und stelle sich die Aufgabe, aus diesen beiden Menschen überzeugende Figuren zu formen, die der Zuschauer ins Herz schließen kann. Mission geglückt! Dörrie beweist hier ihr Regietalent und zeigt mit ihrem neuen Film ein Werk, das seinem Namen gerecht wird. Auf jeden Glücksmoment folgt aber auch wieder der Einbruch. In jedem Moment jedoch, wie auch immer er gestaltet ist, überzeugt das verliebte Paar, dargestellt von Alba Rohrwacher (mit entzückendem Akzent) und Vinzenz Kiefer. Aber bitte nicht falsch verstehen: Uns wird hier keine Schnulze gezeigt. Spätestens wenn Vinzenz Kiefer das Elektro-Küchenmesser in die Hand nimmt und damit eine Leiche zerstückelt, wird es ganz schön blutig – aber das alles natürlich nur im Namen der Liebe.