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Welche Filme empfehlen Sie mit den Worten "Den musst du unbedingt gesehen haben!"? Ob großartige schauspielerische Leistung, eine unübertroffene Kameraführung oder ein starkes Drehbuch: es gibt Filme, die in einer bestimmten Disziplin ihresgleichen suchen.

Ab 07. Januar 2010 empfehlen wir Ihnen jeden Donnerstag um 20:15 Uhr ein solches Meisterwerk. Bereits eine Woche vor Ausstrahlung stellen wir Ihnen den Film hier vor und laden Sie ein, uns Ihre Meinung zu schreiben. Wäre der Film auch auf Ihrer Liste der 50 Filme die man sehen muss bevor man stirbt?

50 Filme: Moby Dick

Obwohl Herman Melvilles Roman epischen Ausmaßes lange als unverfilmbar galt, wagte sich Hollywood Regisseur John Huston an den üppigen Stoff. Vor Huston versuchten bereits Millard Webb und Lloyd Bacon den Roman Moby Dick auf Zelluloid zu bannen, die Filme waren allerdings eher freie Interpretationen, die Melvilles Werk nicht wirklich gerecht werden konnten. Erst Huston gelingt es 1956 mit seinem Moby Dick die Tiefe der Geschichte auf filmästhetischer Ebene wiederzugeben:

Ende des 19. Jahrhunderts stellt der Walfang noch ein lukratives Geschäft dar - Ziel war die Gewinnung von Tran, der nach Weiterverarbeitung vor allem als Brennstoff diente. Auf der Such nach Arbeit trifft der Matrose Ismael auf den polynesischen Harpunier Queequeg. Zunächst von Queequegs Ganzkörpertätowierung irritiert, findet Ismael in dem Insulaner einen treuen Gefährten und einen wahren Freund. Beide heuern auf dem Walfangschiff Pequod an, obwohl sie eindringlich von dem wirren Elias gewarnt wurden - Ahab, der einbeinige Kapitän des Schiffes, sei verflucht und die Expedition zum Scheitern verurteilt. Und tatsächlich müssen Ismael, sein Begleiter Queequeg und die gesamte Besatzung der Pequod schon bald die missliche Erfahrung machen, dass die Walfangexpedition lediglich einem Ziel dient: Ahab will sich an dem weißen Wal Moby Dick rächen, da dieser ihm sein Bein geraubt und ein Leben mit Prothese eingebracht hat. Ahabs Hass steht sogar über dem Wohl der Besatzung. Mit seiner passionierten Rachsucht kann er die Männer allerdings für sich und sein verhängnisvolles Vorhaben gewinnen. Lediglich der Steuermann Starbuck wendet sich gegen den todesmutigen Kapitän, ist aber zu feige diesem das Handwerk zu legen. Nach zahlreichen Abenteuern auf dem Meer und wilden Auseinandersetzungen auf Deck, kommt es tatsächlich zu einem spektakulären Kampf zwischen den so unterschiedlichen Rivalen, aus dem naturgemäß nur ein Sieger hervorgehen kann - Elias sollte mit seiner Prophezeiung Recht behalten.

Die vom Ich-Erzähler Ismael getragene Geschichte ist mit zahlreichen Exkursen gespickt. Neben der kirchlichen Instanz, personifiziert in der Figur des Pfarrers Mapple, verweisen vor allem die Namen der Protagonisten auf biblische Geschichten. Die raffiniert in den Dialogen platzierte Auseinandersetzung mit Anthropologie, Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft stellt dem sakralen Unterton einen säkularen Gegenpol entgegen. Wie bereits in Melvilles Roman wird dadurch ein Toleranzgedanke transportiert, der durch die multikulturelle Zusammensetzung der Besatzung betont wird. Trotz der Metaebenen gewährt Moby Dick einen naturalistischen Einblick in die Realität des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Neben der ungeschmückten Darstellung des harten Walfang-Alltages, erreicht Huston den authentischen Look des Films vor allem durch ein gezielt grobkörniges, in Sepia gefärbtes Bild. Diese Ästhetik soll an Schifffahrt-Illustrationen jener Tage erinnern und dem Gestus des Romans gerecht werden.

Neben der angestrebten Treue zur Buchvorlage stand Huston vor einer weiteren großen Herausforderung - die Besetzung des verdrossenen aber gleichzeitig charismatischen Kapitäns Ahab. Mit Gregory Peck konnte Huston einen der beliebtesten und erfolgreichsten Schauspieler seiner Zeit für die Rolle gewinnen - eine gute Wahl. Pecks Darstellung überzeugt und lässt Ahab zu einer vielschichtigen Figur werden, die trotz ihres Wahnsinns nie abstoßend wirkt. Die Rolle des Pfarrers Mapple wird von niemand geringerem als Orson Welles gespielt.

Auch wenn sich am Ende des Filmes die düstere Prophezeiung Elias bewahrheitet, so bleiben das positive Gefühl des Zusammenhaltens und der wertvolle Gedanke der gegenseitigen Toleranz bestehen.

50 Filme: Moby Dick - ein episches Abenteuer mit philosophischer Tiefe.

Kommentare

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Lediglich der Steuermann Starbuck wendet sich gegen den todesmutigen Kapitän,charms ist aber zu feige diesem das Handwerk zu legen. Nach zahlreichen Abenteuern auf dem Meer und wilden Auseinandersetzungen auf Deck, schmuckkommt es tatsächlich zu einem spektakulären Kampf zwischen den so unterschiedlichen Rivalen,thomas sabo charm
aus dem naturgemäß nur ein Sieger hervorgehen kann - Elias sollte mit seiner Prophezeiung Recht behalten.

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